Warnmotiv gegen Enkeltrick und andere Betrugsmaschen: Seniorin am Telefon mit Sicherheitshinweisen
Ratgeber

Enkeltrick & Co.: So schützen Sie sich vor Betrügern

Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, Schockanrufe und Phishing: So erkennen Sie typische Betrugsmaschen und schützen sich im Alltag.

Lesedauer: 4 Min.

Ob am Telefon, an der Haustür oder im Internet: Betrüger versuchen immer wieder, das Vertrauen älterer Menschen auszunutzen. Besonders perfide ist, dass sie gezielt mit Angst, Zeitdruck und Hilfsbereitschaft arbeiten. Wer die typischen Maschen kennt und ein paar einfache Regeln beachtet, kann sich jedoch wirksam schützen.

vitkA-Tipp: Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen. Beenden Sie ein verdächtiges Gespräch, legen Sie auf und rufen Sie Angehörige oder die Polizei über eine Ihnen bekannte Nummer selbst an.

1. Der Enkeltrick – eine der bekanntesten Betrugsmaschen

Beim sogenannten Enkeltrick geben sich Betrüger am Telefon als Enkel, Enkelin, andere Verwandte oder gute Bekannte aus. Häufig beginnt das Gespräch mit einer offenen Frage wie „Rate mal, wer dran ist“. Sobald das Opfer einen Namen nennt, greifen die Täter diesen auf.

Danach folgt meist eine angebliche Notlage: ein Unfall, eine dringende Rechnung, ein Immobilienkauf oder eine andere Situation, für die sofort Geld benötigt werde. Oft soll das Geld anschließend von einer fremden Person abgeholt werden.

Wichtig: Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Rufen Sie den angeblichen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück.

2. Falsche Polizeibeamte

Eine weitere häufige Masche sind Anrufer, die sich als Polizeibeamte ausgeben. Sie behaupten beispielsweise, Einbrecher seien in der Nachbarschaft unterwegs und Ihr Geld oder Schmuck sei zu Hause nicht mehr sicher. Anschließend werden Sie aufgefordert, Bargeld, Schmuck oder Bankkarten an einen vermeintlichen Beamten zu übergeben.

Die echte Polizei fordert Sie niemals telefonisch dazu auf, Bargeld oder Wertgegenstände auszuhändigen. Geben Sie auch keine PIN, TAN oder Kontodaten weiter.

3. Schockanrufe

Bei Schockanrufen erzeugen Täter gezielt Angst. Sie behaupten zum Beispiel, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht und müsse sofort eine Kaution bezahlen. Teilweise sind im Hintergrund weinende Stimmen oder vermeintliche Polizeibeamte zu hören.

Beenden Sie das Gespräch. Rufen Sie das betreffende Familienmitglied direkt an. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie selbst die 110.

4. Gewinnversprechen und unerwartete Geldforderungen

„Sie haben gewonnen“ klingt zunächst erfreulich. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie vor der Auszahlung Gebühren, Steuern oder Bearbeitungskosten bezahlen sollen. Seriöse Gewinnspiele verlangen für die Auszahlung eines Gewinns keine Vorabzahlung.

Überweisen Sie kein Geld und kaufen Sie keine Gutscheinkarten, wenn ein unbekannter Anrufer dies verlangt.

5. Betrug an der Haustür

Manche Täter geben sich als Handwerker, Mitarbeitende eines Energieversorgers, Pflegedienstes oder einer Behörde aus. Ziel ist häufig, in die Wohnung zu gelangen und dort Bargeld oder Schmuck zu stehlen.

  • Lassen Sie unbekannte Personen nicht sofort in Ihre Wohnung.
  • Verlangen Sie einen Dienstausweis.
  • Rufen Sie das Unternehmen über eine selbst recherchierte Telefonnummer an.
  • Bitten Sie im Zweifel einen Nachbarn oder Angehörigen hinzu.

6. Phishing, Fake-Mails und betrügerische Nachrichten

Betrugsversuche finden zunehmend auch per E-Mail, SMS oder Messenger statt. Nachrichten sehen häufig aus, als stammten sie von Banken, Paketdiensten oder bekannten Unternehmen. Über einen Link sollen Sie anschließend persönliche Daten, Passwörter oder Zahlungsinformationen eingeben.

Klicken Sie bei unerwarteten Nachrichten nicht auf Links. Öffnen Sie die Internetseite Ihrer Bank oder des betreffenden Unternehmens stattdessen selbst im Browser oder verwenden Sie die offizielle App.

7. Fünf Regeln, die Sie sich merken sollten

  1. Niemals am Telefon Geld überweisen oder übergeben.
  2. Keine PIN, TAN, Passwörter oder vollständigen Bankdaten nennen.
  3. Bei ungewöhnlichen Forderungen immer selbst zurückrufen.
  4. Unbekannte Personen nicht unkontrolliert in die Wohnung lassen.
  5. Im Zweifel das Gespräch beenden und Hilfe holen.

8. Was tun, wenn Sie bereits reagiert haben?

Wenn Sie Geld überwiesen, Bankdaten genannt oder Wertsachen übergeben haben, handeln Sie möglichst schnell. Kontaktieren Sie Ihre Bank, lassen Sie bei Bedarf Karten sperren und informieren Sie die Polizei. Speichern Sie Telefonnummern, Nachrichten, E-Mails und andere Hinweise, soweit dies möglich ist.

Auch wenn kein finanzieller Schaden entstanden ist, kann eine Meldung sinnvoll sein. Ihre Informationen können helfen, weitere Betrugsversuche zu verhindern.

9. Gemeinsam vorbeugen

Sprechen Sie in der Familie offen über Betrugsmaschen. Vereinbaren Sie beispielsweise ein persönliches Codewort für echte Notfälle. So kann am Telefon leichter geprüft werden, ob tatsächlich ein Familienmitglied anruft.

Gerade regelmäßige Gespräche über neue Maschen erhöhen die Sicherheit. Betrugsschutz bedeutet nicht, grundsätzlich misstrauisch gegenüber anderen Menschen zu sein – sondern bei ungewöhnlichen Situationen aufmerksam zu bleiben.

Fazit

Enkeltrick, Schockanruf, falsche Polizeibeamte und Phishing funktionieren vor allem deshalb, weil Täter ihre Opfer unter Zeitdruck setzen. Der beste Schutz ist daher: ruhig bleiben, Gespräch beenden, selbst zurückrufen und eine vertraute Person hinzuziehen.

Merksatz: Niemand, der es ehrlich mit Ihnen meint, wird Sie am Telefon dazu drängen, sofort Geld, Schmuck, Bankkarten oder Zugangsdaten herauszugeben.

Nichts mehr verpassen

Mit dem Newsletter von vitkA.de bleiben Sie immer auf dem Laufenden – kostenlos und jederzeit kündbar.