Volkskrankheit Schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine häufige Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlafes mehrfach unterbrochen wird. Diese Unterbrechungen können von wenigen Sekunden bis zu einer Minute oder länger dauern. Es gibt drei Haupttypen von Schlafapnoe: obstruktive Schlafapnoe (OSA), zentrale Schlafapnoe und gemischte Schlafapnoe.

  1. Obstruktive Schlafapnoe (OSA):
    • Dies ist die häufigste Form der Schlafapnoe.
    • Sie tritt auf, wenn die Muskulatur im Rachenbereich während des Schlafes erschlafft und die Atemwege blockiert.
    • Diese Blockierung führt dazu, dass die Person keine Luft bekommt und kurzzeitig aufhört zu atmen.
    • Oftmals wird dieser Zustand von lauten Schnarchgeräuschen begleitet.
  2. Zentrale Schlafapnoe:
    • Bei dieser Form der Schlafapnoe sendet das Gehirn während des Schlafes keine Signale an die Atemmuskulatur.
    • Es kommt zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Atmung.
    • Zentrale Schlafapnoe ist weniger häufig als OSA, kann aber auch ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen.
  3. Gemischte Schlafapnoe:
    • Wie der Name schon sagt, ist dies eine Kombination aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.
    • Betroffene Personen erleben sowohl Atemaussetzer aufgrund von Blockierungen der Atemwege als auch aufgrund von fehlenden Atemsignalen des Gehirns.

Ursachen:

  • Übergewicht ist ein Hauptfaktor für obstruktive Schlafapnoe, da das überschüssige Gewebe den Rachenraum verengen kann.
  • Anatomische Besonderheiten wie vergrößerte Mandeln oder eine abweichende Nasenscheidewand können ebenfalls zu OSA beitragen.
  • Alkohol, Schlafmittel oder Muskelrelaxantien können die Muskulatur entspannen und so zu Atemaussetzern führen.
  • Bei zentraler Schlafapnoe können Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems die Ursache sein.

Symptome:

  • Lautes Schnarchen
  • Müdigkeit und Erschöpfung trotz ausreichender Schlafdauer
  • Morgendliche Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen
  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Nächtliches Erwachen mit Atemnot oder Erstickungsgefühl

Behandlung:

  • Die Behandlung von Schlafapnoe hängt von der Schwere und der Art der Schlafapnoe ab.
  • Bei leichter obstruktiver Schlafapnoe können Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, Vermeidung von Alkohol und Schlafmitteln sowie eine Rückenlagevermeidung hilfreich sein.
  • Bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe wird häufig eine kontinuierliche positive Atemwegsdrucktherapie (CPAP) eingesetzt. Dabei wird ein Gerät verwendet, das über eine Maske oder Nasenpflaster einen kontinuierlichen Luftdruck liefert, um die Atemwege offen zu halten.
  • In einigen Fällen können auch chirurgische Eingriffe wie die Entfernung von vergrößerten Mandeln oder die Veränderung der Anatomie der Atemwege erforderlich sein.
  • Für die zentrale Schlafapnoe können Medikamente oder Geräte verwendet werden, die die Atmung stimulieren.

Folgen unbehandelter Schlafapnoe:

  • Schlafapnoe kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, darunter Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall und Depression.
  • Die ständige Schlafunterbrechung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu Problemen im täglichen Leben, wie z.B. bei der Arbeit oder im Straßenverkehr, führen.
  • Langfristig kann Schlafapnoe die Lebenserwartung verringern, wenn sie nicht behandelt wird.

Es ist wichtig, bei Verdacht auf Schlafapnoe einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die Symptome lindern und das Risiko von Komplikationen reduzieren.

Im nächsten Artikel zum Thema erklären wir Ihnen die Therapie mit einem Zungenschrittmacher.

Text: J. Plötzner – Foto: Image by Resmed India from Pixabay

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