Was macht eine hohe Lebensqualität im Pflegefall aus?

Niemand wünscht es sich, aber es kann jeden von uns treffen: Unser Gesundheitszustand hat sich so stark verschlechtert, dass wir auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sind und Pflege benötigen.

Diese Erkenntnis stellt schon für viele der Betroffenen ein großes psychisches Problem dar. Nicht mehr komplett für sich selbst sorgen zu können bedeutet zunächst, einen großen Teil der bisherigen Selbstständigkeit zu verlieren.

Aber auch bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit wird ein jeder von uns für sich selbst individuell definieren, was für ihn wichtig ist ,um auch weiterhin ein Höchstmaß an Lebensqualität zu haben. Wichtige Kriterien sind hier u.a.:

  • Finanzielle Unabhängigkeit
  • Ein hohes Maß an Wohnqualität in einem schönen Wohnumfeld (z. B. ein Einzelzimmer mit den eigenen Möbeln und einem eigenen Bad in einer Pflegeeinrichtung)
  • Beibehaltung möglichst vieler bisher gelebter Gewohnheiten (Ess- und Trinkgewohnheiten, bevorzugte Kleidung, Tagesstruktur u.v.m.)
  • Weiterhin Teilhabe am Leben in der Gesellschaft (Spaziergänge, Ausflüge, Einkaufen, Vorträge, Gesellschaft mit anderen Menschen)
  • Schutz der Würde, den Interessen und den Bedürfnissen vor Beeinträchtigungen (Berücksichtigung der eigenen Wünsche und Vorlieben durch Dritte)

Viele dieser Kriterien wurden im Jahr 2009 im Selbstbestimmungsstärkungsgesetz (SbStG) verankert und bieten den Pflegebedürftigen eine sehr gute rechtliche Basis.

Dennoch sollte es uns ein wichtiges Ziel sein, unsere eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten schon in „guten Zeiten“ genau zu definieren, um den Menschen, die uns zukünftig pflegen und helfen, zu beschreiben, was genau für uns relevant ist, um eine hohe Lebensqualität im Pflegefall beizubehalten.

Quelle: www.bitte-pflege-mich-richtig.de

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